kurz vor dem violetten, erscheint es, im spectrum, indigo, farbe der ferne, es sollte an einer wand erstrahlen, der schönste aller blautöne, in seiner unnachahmlichen tiefe, unergründlich, im halbdunkel sollte es sein zimmer, welches er vor kurzem bezog, erweitern, ihm eine zusätzliche dimension geben, eine projektionsfläche für seine vorstellungskraft werden. er experimentierte mit einem stickstoff-diffusor, diversen klarlacken, sprühklebern, die er versuchsweise auftrug, mit dem selbstgebauten diffusor das nahezu staubförmige marokkanische indigo auf den noch feuchten kleber aufsprühte, dieses dort haftete, einen hauchdünnen überzug bildete, bis er mit dem ergebnis zufrieden war. er berechnete seine bedarfe an indigo, sprühkleber, stickstoff, staubmasken, materialien zur schaffung einer gerade noch begehbaren zone, die er als abdichtung gegenüber des restlichen raumes plante, folie, diverse klebebänder, ein- und zweiseitig, lattenmaterial, kleinteile, und bestellte gemäß seiner liste. er entfernte die abdichtung und war recht zufrieden mit dem ergebnis, der auftrag war soweit gleichmässig, kleine abweichungen bearbeitete er erneut, mit einer feindüse seines diffusors, verließ sein zimmmer um einkäufe zu tätigen, und um den abend abzuwarten. er wartete bis kurz nach sonnenuntergang, ging langsam die stufen hinauf, schloss auf, wartete noch kurz, bis der treppenlicht automat das licht wieder löschte und trat ein, in sein zimmer, das indigo strahlte ihn an, nun dunkel, die wand schien einfach verschwunden zu sein, wie herausgebrochen aus dem dunkelgrau der umgebung, er freute sich maßlos, über die eingetretene, erhoffte wirkung, er stellte sich vor die wand, so, daß diese, deren abmessungen ca 5 mal 3 meter betrug, den raum winkel seiner augen gerade überdeckte, entspannte seinen augen, die daraufhin defokussierten, er das schwarzblau des indigo auf sich wirken ließ, aufsaugte, freundete sich an mit der neuen offenheit seiner behausung, die vielversprechend war. nach einigen wochen kaufte er sich einen alten bilderrahmen, passender größe, für das zentrale bildfeld, und bereitete diesen vor, zur aufnahme von blattgold, welches er bereits gekauft hatte, für einen lächerlich geringen betrag, nur das auftragen war wesentlich schwieriger als gedacht, seine ungeübte hand schaffte dennoch ein ergebnis, das ihn soweit zufrieden stellte, er diesen goldenen rahmen nun in mitten der wand platzierte, und erneut den abend erwartete, voll innerer spannung, unter berücksichtigung der bereits gemachten erfahrungen mit der wand. der treppenlicht automat löschte das licht und er trat ein, das gold des rahmens sammelte das verbliebene licht und er erstrahlte, schien jenseits von raum und zeit zu schweben, schuf raum für alles bildhafte in ihm, war bereit für die angedachte zusammenarbeit. er war hingerissen, nachgerade entzückt, freudig erregt, von diesem anblick, er blieb davor stehen, bis er nicht mehr stehen konnte.