from both sides now, tears and fears and feeling proud.** er nahm den inland flug von Melilla, über Madrid wollte er, mit zwei, drei tagen aufenthalt dort, zurück nach Frankurt. die anreise mit dem zug über Marakesch, Casa, Meknes..war mehr als anstrengend, überfüllte bummelzüge, ohne air conditioning, für die letzte teilstrecke ein billig taxi, alle direktflüge von Nador waren abgesagt, ohne gründe. er verschob die termine mit seiner rechtsanwältin, und dr. rootz, von der gegenseite, per sms, kurz und knapp, kann nicht kommen wegen, keine flugverbindung punkt, ohne gruß, weitere erklärung, entschuldigung. arschlecken, rasieren, 8 euro 50, sein innerer kommentar dazu. diese bande von ehrabschneidern und ehrlosen, verkommenen, ruchlosen profitgeiern, und lügnern, dachte er. er war in vorbereitung diverser strafanzeigen bei der zuständigen staatsanwaltschaft, inklusive einer eingabe bei der ra-kammer. er hatte die schnauze voll mit diesem gesockse. organ der rechtspflege, er lachte auf, die aufdeckung der konspiration der beteiligten zwei kanzleien, eine davon international aufgestellt, war der tropfen, der das faß zum überlaufen brachte, seinen allgemeinen vertrauensverlust besiegelte, er auszuwandern beschloss, einfach irgendwo hin, die hauptsache in die fremde, wo er sich zurückziehen konnte, um zu schreiben, zu lesen, seinen aufgestellten kanon, von adorno, abendroth bis zarathustra, zenon. sein entschluss zu gehen, schien ihm von vorteil, zurückgeworfen auf sich zu sein, sprachlich ohnmächtig, keine gelegenheit sich irgendwo, irgendwie einzufinden, zu müssen, ein leben als schweigender sonderling. zehn vokabeln in der landessprache sollten genügen, danke, bitte, brot, käse, wein, wo geht’s zum ausgang, toilettenpapier. seine frau hatte ihm eh geraten, zu verschwinden, was sie damit meinte, blieb ihr geheimnis, von der bildfläche, aus deutschland, aus ihrem leben, aus dem leben. die tage in Essaouira, das september licht, in den abendstunden, die stunden mit ihr im Cafe de france, die gespräche, diskussionen, um nichts, die reine lust, sie in einer weißen djellaba, er in schwarz gewandet, ihm unvergesslich nun, durch das ende. sie hatten in deutschland bereits aufgehört, miteinander zu schlafen, es war sein entschluss, den sie, kurz angebunden, mit ohh, schade kommentierte, er sich mehr erhoffte als das, dies ihr verhältnis zu ihm allerdings klärte, neu strukturierte, den kern aufzeigte, der abbildung, also unverändert blieb, was ihn nicht sonderlich überraschte, er als appercu in ihrem leben, mit kalkulierter halbwertszeit, sie die leidenschaft, die er für sie empfand, als dreingabe realisierte, auch genoss, aber ihre relation letztlich eine art horizonterweiterung für sie bedeutete, sie manche seiner sätze übernahm, redewendungen, ihre sätze länger und mehr bedeutung gewannen, was ihnen beiden freude bereitete, sie weniger oft widersprach und anfing fragen zu stellen. seine liebe zu ihr war ungebrochen, sein versuch, diese in eine platonische zu transformieren, war bislang ergebnislos, alleinig die aussichtslosigkeit einer dauerhaften bindung, verlieh im die kraft für seinen entschluß. das eintreten in diese liebe zu ihr war unerwartet, zwar, aber er den ersten anzeichen nicht auswich, was er glaubte gekonnt zu haben, er sie zuließ, da bereits zu beginn deren unweigerliches ende besiegelt schien, was er nun vollzog, nicht aus stolz, nicht als selbstschutz, aus der vernunft und der logik seines herzens heraus, es war einfach so zu tun, dachte er, die entscheidung oblag ihm, er folgte, in demut, in schmerzen, über die er sich lustig machte, ächzte vor verzweiflung, beugte sich, es warf ihn nieder, er kroch, stand wieder auf, strauchelte erneut, er hatte alles, fast alles so vorhergesehen. was er nicht bedachte, war die tiefe ihrer schönheit, abgrundtief, abyss, in die er sich fallen ließ, die er erst im laufe der zeit für sich entdeckte, die er nicht für möglich hielt, jenseits all seiner leidenschaft für die körperlichkeit mit ihr, ein ästhetisches phänomen war, sie war seine Helena, führte ihn zu einer bisher unbekannten wahrnehmung, er nun bereichert, wissender um die erscheinung platonischer formen, fing an zu theoretisieren, um zu dieser empirischen wahrheit distanz zu gewinnen, und verbrannte allen unglauben in seinem inneren, löschte alle fotografien von ihr, um ihr unvergleichliches bild tief in sich zu verwahren, wo es dann unverlöschlich verbleiben sollte, als Erato, als seine muse, wovon sie wusste, sie alles wusste, über ihn, was von bedeutung war, seit er sich ihr offenbarte, ausbreitete, das goldene vlies seiner liebe, in gestalt, und form und zärtlichkeit, für sie als wesen, als frau, so wirklich und so real.

miles high, meters away, russo sax