die hitze hatte die kleine stadt fest im griff, die dachgeschosse unbewohnbar, die gassen und geschäfte leer, die fensterläden geschlossen, überall glaubte man das brummen von kühlschränken und klimanlagen zu hören, sonst stille, mitunter hielt ein auto an, vor einem geschäft, touristen, die sich mit wasser versorgten, die erschöpft sich anschließend, langsam in ihre autos zurückschleppten. zwei, drei alte saßen am brunnen, unter der ausladenden platane, wie festgefroren, oder ausgetrocknet, reglos, stoisch, sie hatten ihr einziges vergnügen eingestellt, keiner von ihnen rauchte mehr, das einfache luftholen war schwierig und anstrengend genug für sie. ihr schweiß sammelte sich, rann an ihnen herunter in die sandalen, was ihre schritte unsicher machte, sie sich bei den händen, die ebenso schweißnass von der hitze waren, hielten, kein luftzug, stehende, brütende hitze, keine vögel am himmel, hunde und katzen, verstreut, reglos im schatten herumliegend, irgendwo entfernt schrien kühe, wohl vor durst, selbst das zirpen der zikaden schien kraftlos, und auf ein absolutes minimum reduziert. hier bist du aufgewachsen. ja schatz, ich bin erst mit sechzehn in die stadt, meine tante lebt noch hier. warum sind wir hier. du, es lag doch irgendwie auf dem weg, es war ja nicht weit, ich wollte dir zeigen, aus welchen einfachen verhältnissen ich komme, ich habe abitur, ja, aber das bedeutet mir nicht viel, hier kenne ich jeden stein, da drüben wohnte der metzger, mit seinem sohn, wir haben uns als in der kühlkammer versteckt, unter schweinehäften, rinderviertel, kübel mit knochen und gedärm, ich war ihm versprochen, er war zärtlich, zart, sein vater, ein ochse, still, kräftig, fast zwei meter, wir haben geknutscht, mehr nicht, haha, er fuhr übers land am wochenende, zu hausschlachtungen, bei den bauern, er kam mit unmengen von schnaps zurück, an den sonntagabenden, und betrank sich masslos. hast du mich denn vermisst, hattest du andere, hast du dich in eine andere verliebt, so..aus zeitverteib, oder gab’s was ernstes. ich sollte jetzt eigentlich sagen, ja, ja und ja, um dich an deiner hübschen nase herum zu führen, aber ich muss genau und kann auch genau so weiter machen, so wie alles anfing, zwischen uns, so wahr, so schön, so klar und einfach, nein, es gab eigentlich..wie eigentlich..niemanden, nur..die eine, also..du lügst..nein, ich schummle nur. du schuft, siehst du wie mein herz rast, wie kannst du, das werde ich dir..er riss sie an sich. was wirst du, mich bestrafen. ohh ja, du wirst leiden, jetzt, sofort, in dieser hitze,..ich habe dich so sehr vermisst. ich weiß. ich hatte angst zu sterben, ich war in agonie, meine sehnsucht, heimtückisch, sie überfiel mich, zu unzeiten, meine freunde sorgten sich um mich, dinge die wir teilten, kleinigkeiten, die mich an dich erinnerten, an nachbartischen, im supermarkt, irgendwo, ich konnte nicht mehr schreiben, nicht mehr lesen, nicht mehr reden, ich war im arsch, haha. ja, aber nicht in meinem, mit deinem kopf, du kopfloser, intellektueller du, den du so süß findest. Bella. ja, und, und was, ohh gott, ja, ich erinnere mich ja nur dunkel, haha. du bist so..ich weiß, du auch, ich fühlte mich, wie ohne arme, ohne beine, zurückgelassen, abgestellt, no tengo nada, wenn du mir nicht gehörst. komm, lass uns deine tante besuchen, wir kaufen ein und bekochen sie, und schlafen im stroh. du denkst, du könntest im stroh heute schlafen, träum weiter, liebling, liebst du mich. ja, und was ist mit dir. ich bin am überlegen. du..biest. ja, stimmt, aber dein biest. vale, und ich dein gentle man, my beloved.


