Ruth, holst du noch die restlichen sachen aus dem auto, bitte, danke. sie holt jetzt die sachen aus dem auto, George. ja Dad, das ist prima, soll ich ihr helfen. du bleibst hier mal schön sitzen, bei mir, du musst mir jetzt nämlich alles erzählen, über deine neue liebe, ja, erzähl, wie sieht sie aus, oder, wo hast du sie denn kennen gelernt. er trank einen schluck, seit kurzem wasser ohne kohlensäure, was Ruth so entschied. Du Dad, da ist noch alles in der schwebe, wir umkreisen uns, sehen uns häufig, fahren vielleicht am wochende in die Keys, Key West vielleicht. vielleicht, verstehe. Du, lass uns doch nach dem essen reden, wusstest Du übrigens, daß ich deinen alten freund Malcom neulich traf, an der tankstelle, hier an der interstate, mit seinem klapprigen, alten F150, haha, er war bester laune und ich soll dich herzlich von ihm grüßen, Dad. George, Malcom und ich, eine freundschaft, die schwieriger kaum denkbar ist, voller enttäuschung, und vieler glücklicher momente, eine liebe unter männern eben, Habibi nannte er mich, er war doch in .. Algerien, nein, in.. Riyad, genau, auf der air base dort, war einsterne general, und mit bunten dekorationen versehen, haha, der alte pfau. sein ewiges thema, roll back, den kommies eins auf die zwölf geben, über seine zeit in vietnam hat er nie erzählt, sich ausgeschwiegen, ich denke, er war wohl immer etwas neidisch, im guten sinne, auf meine wissenschaftliche tätigkeit, vielleicht, haha, aber er akzeptierte schon, daß meine arbeit auch eine form der landesverteidigung war, an einer anderen front eben. Ruth kam auf die terasse und setzte ihm wortlos seinen strohut auf und vermeldete im gehen, wir essen in zwanzig minuten, danke Ruth, rief er ihr hinterher, ihre antwort ging unter im klappern von geschirr. was hat dir George denn erzählt, mein schatz, über Christine, ihr habt doch sicher ein männergespräch geführt, über die frauen, oder. sie schien ernsthaft interessiert, eine weitere kleine beziehungskatastrophe ihres stiefsohnes kündigte sich an, denn er rief sie letzte woche abends an und berichtete über belanglosigkeiten, bis sie ihn unterbrach, was ist los, George, fragte sie. sie hat eine krise, Ruth, sie denkt ich komme nicht wirklich voran mit meinen projekten, mit meinem leben, sie sieht unsere beziehung neuerdings auch unter ökonomischen aspekten, ihre zukunft. während sie redeten schlugen die hunde draußen an, wie wenn eine bedrohung auch ihr haus bereits erreichte, hier draußen, von einem eventuellen ende, vorauseilend, kündigend, auch sie dann betreffend, das scheitern einer weiteren beziehung von George, den sie liebte, der schon seit langer zeit, ihr sohn war, fast wie von ihr selbst, das leben geschenkt bekam, der sie nun Ruth nannte, und ihr damit, was sie sich wünschte, noch näher kam, vielleicht sich doch in zu großer nähe zu ihr nun befand, was sie allerdings nicht schreckte, sie beschäftigte, manchesmal aufwühlte, sie ihn noch tiefer in ihr herz dadurch schloß, als mutter, freundin und frau.
*Malcolm Lowry, Under the Volcano, NY 1947


