satt von dir und hungrig auf dich, schrieb er ihr, nicht. nur keine confessiones, keine leitplanken aufstellen, kein verbot der langeweile, und keine hymnen, keep it simple, stupid, dachte er, ganz bei sich. ein seltener zustand, zu erreichen, nach großen anstrengungen, die belohnung dafür, in der regel eine flasche burgunder, eine romeo and juliette, blauer dunst und seine sammlung von briefmarken, die er erbte und hütete, in deren alben er stunden lang blättern konnte, sich vertiefte, dabei die vergangenen zeiten aufschienen, in politik, gesellschaft, kunst und wissenschaft, die konturen derer, die geschichte gemacht, oder von ihr gemacht wurden, die ihn dann begleiteten, bei seinen gedanklichen spaziergängen, durch die gezeiten. ein text traf wohl ein, er zögerte, kurz, öffnete sein mobiltelefon und las. du, ich habe noch einmal nachgedacht, ruf mich bitte an. das war zuerst einmal sibyllinisch, dann fragwürdig, wie er meinte, die sache schien doch fest, und verabredet. durch das lesen des textes jetzt im obligo, durchdachte er das letzte gespräch, vor allen dingen, versuchte er ihre emotionalen konotationen, in betonung, rhytmus, stimmhöhe, pausen-sprech verhältnis zu erinnern, zur wappnung gegen totalverlust, er schmunzelte kurz und schenkte sich ein weiteres glas ein.