die taschen waren gepackt, zehn an der zahl, waren es geworden, verstaut, sicher verwahrt. das fahrzeug, schien tauglich für diese reise, verlässlich genug, und im falle des scheiterns kein großer verlust, schnell entsorgt und mit anderen mitteln ein fortkommen gesichert, kein richtiges ziel, vor augen, in sicht, vielleicht jenseits seines horizontes, einfach südlich, von hier, die auvergne, die loire hinunter, das bordaux, das baskenland, durch die extremadura, sevilla vielleicht, die stierkämpfe, die brütende hitze, picadores, brot und spiele, stierblut und raffinesse, den gewalten trotzend, der jubel, das triumphieren, der sieg, der tod. all das zum mitnehmen vorgesehen, in der elften tasche, die für die erinnerungen vorgesehen war. die reise sollte ihm klarheit verschaffen, sein scheitern auf einen punkt bringen, verdichten, komprimieren, dadurch fassbar machen, kein verlustieren, kein ablenkungsmanöver sein. die wechselnden landschaften sollten ihn als betrachter, als zentrum aller bezüge, als quasi ruhend hervorbringen. in dieser bezogenheit erhoffte er sich klarer zu sehen, sich verdeutlicht wahrzunehmen, die krisis seiner existenz, vorgeführt zu bekommen, als protagonist und zuschauer, seine verluste mit diesem gewinn verbuchen zu können, eine bilanz zu ziehen, abschreibungen vorzunehmen, und aktivierungen. die spanische grenze lag vor ihm, war binnen einer knappen stunde erreicht. Santander oder Bilbao, er entschied sich für Santander, direkt am meer gelegen, mit stränden, an denen die spanier zu finden waren, die aus Cantabrien, auch Basken, vermehrt auch aus Asturien aber zumeist aus Castilla y Leon hinauffuhren, übers wochenende, wie ihm vor vielen jahren ein rezeptionist, halbtagstätig, mit vier kindern, berichtete, mit dem er sich anfreundete, um kleine belanglosigkeiten auszutauschen, um einblick in ein leben dort zu erhalten, aus einer solchen warte, aus einem vollen, anspruchslosen leben, um näheres über das glück, dort ansässig, oder auch ersehnt, herbeigewünscht, zu erfahren, von einer person, die eingebettet, verwoben schien, dort, wo sie auch geboren war. sein name war ihm entfallen, ein leichtes schamgefühl begleitete seine vergesslichkeit, die seinem alter von nun mehr als 67 jahren wohl geschuldet war, wie er konstatierte, was ihn plötzlich beunruhigte, seine reise von einer seite her bedrohte, die zuvor ohne bedeutung war, die ihm nun aber sinnlos vorkam, bis dieser gedanke sich wieder auflöste, nicht ohne versprechen, bald wiederzukommen, dann vielleicht hereinzubrechen, in das sorgsam durchdachte vorhaben seiner reise, zu sich, in der fremde.


