die romantik schwach und krank, sagt Goethe, das klassische unvollständig, die para doxie, ein wesensmerkmal sagt Schlegel. die doppelbindung-theorie hilft hier eventuell weiter, schauen wir mal. das ideal der weimarer klassik, die trias, wahrheit, moral und ästhetik, und um mit Rückert zu sprechen, das wahre, gute, schöne, ein aphorismus aus der romantik. denken wir uns diese zwei reihungen als characteristische merkmale der beiden epochen, dann ist unser erster eindruck, da liegt nicht viel dazwischen. dies täuscht. die trias stellt ideale vor, die romantik stellt den bezug her, zu vorhandenem, das bereits eingetreten und nur aufzufinden sei, in einer subjektiven bewertung, dem gefühl des betrachters überlassen. das klassische streben und die romantische suche nach verborgenem, welches aber vorhanden ist, stehen sich hier gegenüber. die klassik fordert, die romantik beruhigt, aber beides sind natürlich idealisierungen. in unserer lebenswirklichkeit erleben wir beide, oftmals synchron, dann mit einer paradoxie versehen, eine doppelbindung, oder seriell, mit einer polarität versehen. die kontexte sind verschieden, beide erreichen uns. die romantik beschreibt auch das unmittelbare, unerwartete, als para doxie, rechnet damit, bereitet uns darauf vor, stimmt uns ein. wir sehen hier bereits eine tendenz vom allgemeinen hin zum individuellen, der komplette vollzug, dann in der moderne, die singularitäten.