weißt du, die geschichte ähnelt der erzählung von Salter, sie heißt Nedra, sein Name, hilf mir, ja das buch Lightyears, Viri heißt er, genau, mit dem unterschied, daß sie nun eine depression eingeholt hat. die begriffe tragen sie nicht mehr, werden zu reinen worten, ihre sätze zu reihungen, ohne den semiotischen gehalt, der poiesis, die wir sonst verspüren. die depression wirkt bei Nel wie ein nachrichtentechnischer bandpass, schneidet höhen und tiefen ab, also die höheren bedeutungs ebenen und die gegenständlichkeit der begriffe, deren ausgangspunkt, zurück bleibt die sprache, ihr kern, die rein lexikalisch, semantische ebene, lösgelöst von anderen bezügen, der massive verlust kontextueller einbettung der begriffe, ein form der aphasie letztlich, ausgelöst durch ein trauma, vielleicht, aber wohl eher durch eine art schrumpfungsprozess, hervorgerufen durch den in der lebensmitte sich mitunter einstellende mangel an auffrischung der begriffsinhalte, wie etwa bei dynamischen speichern in der informatik, die ohne refresh ihren inhalt verlieren. wenn ich liebe sage, und die erinnerung an diesen begriff nur noch undeutlich ist, also ein fading out stattgefunden hat, die frische fehlt, ist liebe nur noch ein wort. ein leben im falschen, eine ungeeignete lebensführung, kann zur depression führen, zu einer form der orientierungslosigkeit, die übergehen kann in eine altersdepression, die dann ihren neurodegenerierenden einfluss beiträgt, hinzufügt, der boden hierzu bereits bereitet ist. es ist nur eine scheinbare tautolgie, ein glückliches leben, sei die beste prävention gegen depression, oder wie ich einmal sagte, nur freude macht glücklich, haha.


