daß ich von mir selber rede, geschieht oft nur aus verlegenheit.* das kaum erträgliche, un euphorische, nicht leicht zu tragende also, macht mich verlegen, zuerst unschlüssig, dann nachdenklich und kreativ. wenn nicht gleich zu tragen, was dann. dann schieben wir eben, verschieben, auf morgen, prokrastination genannt, falls manifest. euphoria, die leichtigkeit des seins, ist mir fremd. ich will mich nicht der schwerfälligkeit zeihen, aber mir eine gewisse beharrlichkeit zuschreiben, eine inertia, in tugendhafter weise, die mich daran hindert, leichtigkeit zu verspüren, die trügerisch ist, aus deren perspektive nichts weiter folgt. ich schätze die gedanken, die gipfeln und ruhen, fest verankert sind, folgerichtig und stabil sind, mich glück erfahren lassen, ohne leichtigkeit, seien es dinge, menschen oder gedanken, die ich bedenke, selbst die liebe ist schwer für mich, hat schwere, ruht, in mir, gravitätisch, center of gravity.

*P. Handke, Das Gewicht der Welt, Suhrkamp, 1979