sagen was sache ist, ist nicht meine sache. ich vertue mich leicht, mit dem dinglichen, den sach-verhalten, mein gott, ich hab’s eben nicht gelernt, gott sei dank, das sich sach-verhalten. den dingen hinterherjagen, bitte schön, aber diese verdinglichung, auch der jäger, diese materialistische deformation, unausstehlich. ich suche den menschen. den menschen in mir, das format, das potential, die anlagen und möglichkeiten, den menschen im werden, im hinblick auf seinen allgemeinen, ontologischen sinn, bezüglich einer auch persönlichen ethik. im anderen, jenseits seiner deformation, incurvatio, den menschen entdecken, sehen, das ist die grundlage der christlichen ethik, die nächstenliebe. nächstes mal sprechen wir über die praktische vernunft, oder. perfekt, danke, ich liebe unsere kleinen diskurse, den austausch mit dir, bis dann.
ganz ohne Kant geht’s nicht, Stefane, das ist auch gut so, nur, kommen wir zu meinem kern, ein teleologischer aspekt der kpv* ist zu hinterfragen, die setzung einer zweckmässigkeit des handelns, als folge der fiktion einer allgemeinen moral, im widerspruch zur realität, ist reduktionistisch, denken wir an die theologie der befreiung, boff, der kultur als befreiung des menschen, cassierer, wo er zu unrecht als kulturphilosoph gehandelt wird, usw, es gibt brüche, verwerfungen, die eine zweckmässigkeit, als kontinuum des handelns, zumindest fragwürdwig erscheinen lässt. der andere kann und muss uu auch als mittel zulässig sein. das steht allerdings im widerspruch zu maximen des handelns, kann möglicherweise nur eine rechtfertigung im glauben erfahren. ich musste also das wissen aufheben, um zum glauben platz zu bekommen** sagte kant. dieses dictum macht auch uns platz, gibt uns raum zur betrachtung des bösen, als vorsätzliche verneinung und verweigerung vor der sittlichkeit und vor gott. das personifizierte übel, die satanischen lügen-verse, haha, stellen, könnte man sagen, eine kategorielle antinomie dar. oder anders, die sich dem gesetz nicht unterwerfen, werden auch nicht durch dieses geschützt, verlieren das recht auf einen vernünftigen zweck, können als mittel eingesetzt werden, zu höherem zwecke, sozusagen. so führt ihr verfehltes leben letztlich zu einem allgemeinen nutzen, dies nicht als handlungsmaxime, sondern ultima ratio. wer zur allgemeinen vernunft nicht ja sagt, seine vordergründigen, persönlichen interessen zur, fälschlicher, besser, unzulässiger weise, maxime erhebt, der befindet sich jenseits, bereits im diesseits, von aller sinnhaftigkeit des lebens, unterliegt einem relativismus der ihn zerstören, und als substanzlose kreatur zerschmettern wird, haha, zerschmettern, köstlich, oder. wer sich aber zum wurm macht, kann nachher nicht klagen, dass er mit füßen getreten wird. dies bonmot von kant, zum abschluss, lieber Stefane. * kritik der praktischen vernunft **kdrv


