die musik von unten, durch das offene fenster kam sie rein, die bässe kamen durch die wände und türen. sie spielten soul oder blues. der laden war nicht halb voll und an der bar hingen die leute von gestern. ein paar tanzten slow fox. am ende der strasse standen drei, vier gestalten wohl um ’ne alte ducati, zwei teenager knutschten gegenüber im hauseingang und stoben auseinander als das licht anging. der wind drehte, frischte auf und zwei, drei boote kamen noch rein. die takelagen klonkten schon lauter, drüben im hafen. die wenigen am kai hatten bereits ihre pullis an und gingen eingehakt richtung mole und zurück. ein paar möven kreisten noch, still, andere saßen verteilt auf den kaminen und dachvorsprüngen. ein fensterladen klapperte irgendwo. er drehte sich um und schaute auf ihr lager, sicher nicht king size, aber sie fanden in den schlaf, irgendwann, als früh, die busse wieder fuhren. das zimmer, das sie gestern abend bezogen, für ein paar tage nur, war nun startpunkt für etwas, was er noch nicht realisieren konnte, in dem was es war und versprach zu werden. sie war keine zwanzig minuten unterwegs, und er fühlte bereits den vergangenen stunden nach und suchte in gedanken die stationen und geschehnisse der nacht auf, lauschte, ob der bekenntnisse und deren nachklang, fühlte erneut seine verwunderung, die hingabe und seine bereitschaft zur leidenschaft, und vergewisserte sich des unmöglichen, des alleinig denkbaren glücks und kniete nun auf dem bett, ließ sich langsam zur seite fallen und suchte ihren duft, suchte den glücklichen schmerz darin, verstand nun erneut seine atemlosigkeit, seine lust.

we ain’t movin‘