aus lehm geformt, dann in stein gemeiselt, in bronze gegossen, ein ebenbild, auch im islam, taschbīh, soll er sein. dem erhabensten soll er gleichen, ebenbildlich, also gottgleichen geschlechts, der mensch, fleisch und blut. und lebendigen geistes, bewussten seins, in berufenheit, vernunftbegabt und homo ethicus. so, wie uns die renaissence einen zweifältigen aufbruch bescherte, in ökonomie und humanismus, so warten wir heute auf ein zeichen, symbol, der befreiung von der ökonomie und dem liberaldemokratischen Humanismus dialektischer, positivistischer und pragmatischer Färbung*. oder halten wir es lieber mit Foucault „ich verstehe unter Humanismus die Gesamtheit der Diskurse, in denen man dem abendländischen Menschen eingeredet hat …“ letztlich meinte er, frei zu sein, aber doch unterworfen. die existenzialistisch-individuelle perspektive ist nicht die einzig mögliche, eine ontologisch-phyllogenetische sicher die geeignetere wahl. verlassen wir die rein physische gestalt-ebene, dann sind wir im bereich der quasi autonom-kulturellen morphologie. wie sehen wir uns, in zukunft verfasst. prognosen sind schwierig, vor allen dingen, wenn sie die zukunft betreffen.**

aber falls wir diesbezüglich untätig bleiben, und uns diesem diskurs entziehen, dann geben wir uns einem vermeintlichen schicksal hin, was zumindest fahrlässig ist, oder ignorant. fehlt es uns an überzeugungen, idealen und einer weltanschauung, können wir dann nicht einfach das richtige tun, gewissentlich, geflissentlich. pursuit of happyness oder happyness to pursue. das persönliche glück mit verfassungsrang, lets go west, from rags to richess, oder vielleicht doch Ask not what your country can do for you – ask what you can do for your country. das freibeutertum und die landnahme im einst amerikanischen wilden westen ist beendet, der wilde westen ist nun überall. und „the land of the free and the home of the brave“ ist die neue alte devise. das hohle signal von trompete und der blechtrommel, mobilmachung allenthalben. besoffen oder besinnungslos die gestalten, die über die weltbühne huschen.„It’s the economy, stupid“***. die ehemals elastische vertikale spannung ist verloren, das material spröde geworden. aber der mond und mars warten auf uns, köstlich.
*Walter Rüegg, † 29. April 2015 in Villette VD **Niels Bohr, Mark Twain oder Karl Valentin zugeschrieben. *** Bill Clinton


