der zeitbegriff wurde von heidegger nicht explizit ausgearbeitet. der zeitbegriff in der physik ist unhinterfragt ein parametrischer. der subjektive zeitbegriff ist dem phänomen bewusstsein zuzuordnen, speziell der zeitpunkt, augenblick, unser vulgärer zeitbegriff entspringt diesem geradezu. er wiederspiegelt unsere dreiteilige kategorisierung des phänomens. vergangenheit, gegenwart, zukunft. hier betrachte ich bevorzugt den gegenwarts-zeitpunkt, augenblick. erste analogien : dem welle-teilchen dualismus entspricht das zeitfluss-zeitaugenblick phänomen, dem wirkungsquantum, der zeitpunkt. die evidenz des zeitflusses liegt in der empirischen betrachtung, zb. der entropie. die evidenz des zeitaugenblicks liegt in der beobachtung des transitorischen flusses der zeit durch uns, zb. ereignis, oder damit verbundenes. das bewusstsein in seiner zeit-augenblicklichkeit ist also ein aktiver vorgang, vom kontinuum in das diskrete, eine art messprozess, der eine zeitliche relation begündet: zeitpunkt R allzeitlichkeit. unsere subjektive weltlichkeit wird also durch eine quantisierung (R ) der zeit, des kontinuums zeitfluss, hergestellt mit anschließender Faltung**. die dekohärenz der diskreten, physischen weltlichkeit, quantenwirklichkeit, hat bezüge zur zeitlichkeit. diese liegt in der synchronisierung der eigenzeiten der individuen. diese garantiert, stellt eine überlappung her, was wir gegenwart (R ) nennen.
instantane wechselwirkungen, zb quantum entanglement, weisen auf außerzeitliche relationen unserer wirklichkeit hin, die mit der nichtlokalität von quantenzahlen verbunden sind. der ereignis-character2in der zeit ist zweifach. ereignisse im bereich der dekohärenten wirklichkeit, diskretheit, und ereignisse aus dem kontinuum in diese eintretend (propensität1). die bereiche werden durch kausalität zum ersteren und potentialität zum letzteren gekennzeichnet. letzteres begründet den zeitpfeil, in richtung permanente schöpfung, eintritt in die wirklichkeit. im heideggerschen sinne können wir das kontinuum als gegenstand des ontologischen und die gegenständlichkeit im diskreten als gegenstand des ontischen betrachten. die formulierung die zeit als der horizont des seins* beschreibt diesen übergang. der heideggersche begriff fundamental-ontologie ist hier einzuordnen.
* M. Heidegger, Sein und Zeit. Heidegger-Gesamtausgabe, Bd. 2, Abt. 1, veröffentlichte Schriften 1914–1970 ** Konvolution auf ℝ1,3 von δ(x) mit ℝ1,3 1eingeführt v. Begriff K. Popper 2auch Minkowski-Ereignis, auch Weltpunkt



