was für ein freude und ein glück, der brief, er hatte den brief wiedergefunden, in der erstausgabe von S. Fischer, von Der Zauberberg*, hatte er in abgelegt, als er ihn erhielt, er in der ausgabe stöberte, quer las, in erinnerungen schwelgte, ihren brief als lesezeichen, ohne umschlag, gefaltet, zwischen die seiten des buches fügte, dieses schloss, und für weiteres dann, tage später in das regal zurück stellte. er schmunzelte im nachhinein über die dialoge von Settembrini und Castorp, so deutsch, so bildungsbürgerlich in der attitüde, der Mann aus Lübeck, den er schätzte, aber nicht verehrte. Samuel Beckett verehrte er, sein Tod traf ihn. er telefonierte, rief seine freunde zum treffen, aus diesem anlass. T. Mann war für ihn ein repräsentant seiner klasse, eine literatur, in diesem sinne, nach dem WW2 nicht mehr denkbar, Beckett hingegen, ein revolutionär für ihn war, er letztlich die apokalypse auch stilistisch umsetzte. er las den brief seiner tochter, mehrmals, fand den umschlag und verwahrte beides in seiner schatulle, wo er ein bild von sich, als achtjähriger, ein bild seiner mutter, als sie anfang dreissig war, und andere kostbarkeiten aufbewahrte. er wollte sich noch umziehen, für den kirchgang, ließ ab davon, und machte einen kleinen umweg, nahm einen espresso bei Philipe, und freute sich auf die eucharistie feier, in der kleinen kirche, kleiner leute, Santa Theresa di Avila, wo er unweit quartier bezog, sich eine studier und schreibstube einrichtete, in dieser kleinen stadt, in der spanischen extremadura.
* Thomas Mann, Der Zauberberg, S. Fischer, 1924


