der schmerz nahm seinen verlauf, breitete sich aus, verlief von innen, von seinem herzen könnte man sagen, nach außen, wie eine fibromyalgie, die die muskulatur befällt, die knochen und gelenke, die sich festfrisst, seine konzentration und sein bewusstsein ins visier nahm, die hände in ihrem griff, ihrer zielsicherheit beeinträchtigte, er seine schritte vorsichtiger setzen musste, leicht gebeugt die täglichen verrichtungen anging, das lesen und schreiben ihm schwerfiel, er nichts mehr zustande brachte, was seinem kritischen blick auf sich selbst standgehalten hätte, procrastination zum täglichen geschäft wurde. er wartete auf den tag, wo er seine tägliche rasur aufzuschieben bereit war, er sich noch mit aller kraft morgens früh aus dem bett befreite, er nach der körperhygiene erschöpft in seiner küche platz nahm und die zubereitung seines frühstücks aufschob, die zeitung vom nachbarn unter der tür zugestellt, ungelesen zur seite legte, auf den stapel ungelesener ausgaben, neben dem mülleimer, dessen inhalt kaum mehr wuchs, der fernseher stumm blieb, und seine vorräte zur neige gingen. dieser zustand war stabil zu nennen, keine weiteren störgrößen in sicht, eine verbesserung vorerst nicht zu erwarten. sie meldete sich nicht, sie war verschwunden, einfach so, er sich seiner meinung nach in einer absurden und lächerlichen situation dadurch befand, einer verstrickung seiner gefühle, aus der er sich vorerst nicht befreien konnte, wie ihm schien.

die tage vergingen, eintönig, waren beschwerlich, eine aufgekommene verzweiflung, saß ihm gegenüber, abends in der dunkelheit der küche, starrte ihn herausfordernd an. bis ein text ihn erreichte. die tränen rannen seine wangen hinunter, vor freude. das salz der erde, in seinem kaffee.

behold