ihre rufe werden lauter, heiser skandieren sie, einige legen sich die felle um, tragen die masken, die ersten verlassen die Pnyx, aufbruchstimmung, der zug gerät in bewegung, richtung Agora, dem zentrum, dann weiter, zum theater, trunken tanzen sie, vom weine, von ihrer erregung, wollen schon vor dem theater aufgehen, in einer mythischen einstimmung, goldbraun, ölig der schimmer ihrer körper. die kakophonie der stimmen, dithyrambisch ihr chor, der lyren und trommeln weicht, homophon nun, formiert sich der zug durch die strassen, ergiesst sich in die Agora. stolz erheben sich phalli, zeigen sich, kopulieren, in dionysischer verkleidung, ihre träger, mit den vulven, omnipräsent, die trägerinnen, antiphonisch ihr gesang, im wechsel der böcke, diese synkopisch betören, sirenengleich ihre laute. die ersten erreichen die arena vor dem théātron, voller erwartung des schauspiels. er erscheint im goldenen vlies, gehörnt, riesig seine statur, sein erster ruf lässt alle verstummen, sich versammeln vor der bühne, auf den rängen. sein erneutes rufen greift über, auf die menge, im gleichklang nun, ihre rufe. sie rufen sie an, die musen, er nun musa getes, Dionysos. in der sommerlichen abendsonne, die weiter sinkt, ihren apollinischen schein langsam verbirgt, die szene übergibt, an die dämmerung, die fackeln nun leuchten, ihre flammen zucken, wie entzückte gesichter.
* griechisch tragōdía, τραγῳδία


