sein kopf schwamm den hebro hinunter, singend, so will es die sage. er bereitete seine garderobe für den nächsten tag vor. es blieb so genügend zeit, anpassungen oder reinigungen vorzunehmen, notfalls eine neue krawatte zu bedenken, um unbegleitet, aber zumindest angemessen bekleidet im foyer eine bella figura zu machen. er betrachtete die socken, legte sie auf die schuhe, kombinierte dazu seine blau-schwarze jeans, und legte obenauf sein neues hemd in blassrosa, noch ungetragen, und ob die farbe sich bewährte, würde er dann morgen sicher feststellen können, auf alle fälle waren sein leinen-sakko und die neue krawatte die passende wahl, für den opern-abend, wo er sie wiederzutreffen hoffte, die er per annonce bereits ausfindig machen wollte, welche unbeantwortet blieb, selbst die für diesen zweck eingerichtete email-adresse rokokko-oper zeigte außer wenigen spam zuschriften keinen erfolg. er hatte bereits einen stehtisch bestellt, im foyer des hauses, dazu ein flasche sancerre und zwei sandwiches, also sachen, die er im falle eines scheiterns, und gerade dann, auch mit leichtigkeit alleine bewältigen könnte. er kam auf ca. ein glas sancerre in vier minuten und 17 sekunden, bei seiner berechnung, was ihm durchaus machbar schien. welche wege seine aufmerksamkeit nach ende der pause dann nehmen würde, stellte er sich nun vor.

er an der brüstung des ersten ranges links stehend, den saal von oben her durchsuchend, sie dann auffindend, bereits sitzend neben einem herrn in seinem alter, der herr papa oder .. und folgefragen, und vorstellungen, dann der wein und ihre ausstrahlung, auch in dieser entfernung, den unwiderstehlichen drang zu verspüren, sich zumindest in einer direkteren nähe zu ihr zu befinden, um die entwicklung ihres antlitzes, seit dem zufälligen zusammentreffen vor mehr als einem jahr, wo sie beide, ohne begleitung, nebeneinander zu sitzen kamen, zu betrachten, einzuschätzen, bezüglich ihres zwischenzeitlich verbrachten lebens und dessen spuren und wirkungen im ausdruck, einer wachsenden persönlichkeit und schönheit. eine schönheit von der er sich mehr erhoffte an offensichtlichen erklärungen, die, jenseits einer einzugestehenden erotischen konotation, die allerdings unbedeutend war, seinem reinen ästhetischen vergnügen diente.


