dialektikḗ, eine kunst, wie die liebe. Margarete schrieb mir einmal, männer seien einfach strukturiert. ob sie davon überzeugt war, ob es blanke rhetorik oder ob eine verletzung ihre intention war, vielleicht war es eine bloße gedankenlosigkeit, ein blöße, eine ignoranz, eine reduktion, um einfacher durch das leben zu kommen, eine überhebliche selbstüberschätzung, die behauptung einer persönlichen tiefgründigkeit, ich weiß es nicht. die vordergründige klassifizierung von widersprüchen trägt nicht weit, vielleicht bis zur nasenspitze, bestenfalls bis zum tellerrand. die liebe verlangt unmögliches von uns, die verbindung eines ideals mit unserer existenz, das unbedingte mit dem bedingten, ein ewiger widerspruch, falls wir die liebe idealisieren. unbedingt erscheint sie uns in unserer liebe zu unseren kindern, zeigt sich nahezu rein. unter erwachsenen scheint ihre reinheit auf, in der platonischen liebe, eine aesthetische kategorie. aus großer distanz erreichen wir die substanz, nicht ohne leidenschaft, haha, steigt sie auf, federleicht. Aphrodite, die schaumgeborene, nimmt wieder platz unter ihresgleichen. danke für deinen besuch, rufe ich ihr zu, Kronos und Gaia standen pate bei deiner geburt Ἀφροδίτη, vom geschlecht des Uranos, kein geringerer zeugte dich, und die Meere, an deren oberfläche du uns erinnerst, an die tiefen, so tief, die dich zu uns tragen, von den weiten meeren, so weit.


